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Etappe: Höhenlage & Winter

Eingefrorene Leitung: Warnzeichen und richtig absperren

Bevor ein Rohr platzt, kündigt sich der Frost meist an. Wer die Zeichen kennt und das Wasser hausseitig absperrt, begrenzt den Schaden.

Fachkraft prüft den Wasserzählerschacht in einer verschneiten Einfahrt

Warum ein Rohr bei Frost nachgibt

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. In einem geschlossenen Rohr baut das Eis Druck auf, den Kupfer, Stahl oder Kunststoff nur begrenzt aushalten. Oft reißt das Rohr nicht dort, wo das Eis sitzt, sondern an einer schwächeren Stelle daneben, an einer Verbindung etwa oder an einem Bogen.

Zuerst kühlen die Stellen aus, an die kaum Raumwärme kommt: Leitungen in Außenwänden, im Spitzboden, in der Garage, in unbeheizten Anbauten und in Kellerräumen mit Fenster. Auch Rohre hinter einem Küchenschrank an der Nordwand gehören dazu.

Ein bereits geplatztes Rohr zeigt sich oft erst, wenn das Eis taut und das Wasser austritt. Deshalb zählt der Zeitraum davor: Wer Warnzeichen früh erkennt, kann absperren, bevor etwas nass wird.

Die Warnzeichen im Alltag

Eine eingefrorene Leitung meldet sich selten mit einem Knall. Meist sind es kleine Auffälligkeiten, die man leicht übersieht.

  • Aus dem Hahn kommt nur ein dünner Strahl, es tropft, oder es kommt gar nichts mehr.
  • Die Leitung gluckert oder knackt beim Öffnen, der Wasserdruck schwankt.
  • Auf einem sichtbaren Rohr liegt Reif oder eine Eisschicht.
  • Ein Teil des Hauses hat Wasser, ein anderer nicht, zum Beispiel nur das Gäste-WC im Anbau oder die Küche an der Nordwand.
  • Eine Leitung fühlt sich an einer Stelle deutlich kälter an als der Rest.
  • Der Hahn in der Garage oder im Außenbereich bleibt nach einer Frostnacht trocken.
Kurz gesagt

Bei Verdacht das Ventil hinter dem Wasserzähler schließen, den Raum behutsam temperieren, nie mit Hitze am Rohr arbeiten. Tritt Wasser aus oder bleibt die Leitung zu, kommt der Fachbetrieb.

Absperren: der erste Schritt bei Verdacht

Besteht der Verdacht auf eine eingefrorene Leitung, schließen Sie das Absperrventil hinter dem Wasserzähler, also auf der Hausseite. Dann kann beim Auftauen kein Wasser unkontrolliert aus einem gerissenen Rohr laufen, auch wenn Sie gerade nicht im Haus sind.

Hinter dem Wasserzähler sitzt meist ein Absperrventil. Dieses hausseitige Ventil ist Ihres. Suchen Sie es am besten schon vor der kalten Jahreszeit auf und drehen Sie es einmal probeweise zu und wieder auf, damit es im Ernstfall nicht festsitzt.

Der Zähler samt Hausanschluss bis einschließlich Zähler gehört dem Wasserversorger. Daran ändern Sie nichts. Ist der Zähler selbst vereist oder beschädigt, melden Sie das dem Versorger.

Gehört das Haus nicht nur Ihnen, sollte jeder Mitbewohner wissen, wo das Ventil hinter dem Zähler sitzt. Hängen Sie bei Ferienwohnungen und Mehrfamilienhäusern eine kurze Notiz neben den Zählerplatz: Wo ist das Ventil, in welche Richtung schließt es, wen ruft man an?

Sagen Sie Mietern und Gästen auch, was sie nicht tun sollen: nicht mit Hitze am Rohr arbeiten, keine Armaturen lösen, bei nasser Elektrik nichts anfassen. Ein klarer Zettel verhindert gut gemeinte Eigenversuche, die den Schaden vergrößern.

Was danach vernünftig ist und was nicht

Ist abgesperrt, geht es darum, dem Raum Wärme zurückzugeben, nicht dem Rohr. Alles Weitere gehört in die Hand eines Fachbetriebs.

Offene Flamme, Heißluftpistole, Lötlampe, Heizstrahler und auch der Föhn am Rohr sind keine Option. Das Metall erhitzt sich ungleichmäßig, Dichtungen und Kunststoffteile nehmen Schaden, es besteht Brandgefahr, und das Wasser im Rohr kann so rasch erwärmt werden, dass der Druck steigt, statt zu sinken.

Auch wer an der Trinkwasserinstallation selbst Hand anlegt, riskiert mehr, als er rettet. Wenn bei einem Schaden Wasser austritt und Elektrik in der Nähe nass wird, berühren Sie diese nicht und ziehen einen Elektrofachbetrieb hinzu.

  • Temperieren Sie den betroffenen Bereich behutsam und lassen Sie Türen zu warmen Räumen offen.
  • Legen Sie Tücher und Eimer bereit und schauen Sie sichtbare Rohrstücke auf nasse Stellen, Tropfen und Verformungen an.
  • Notieren Sie, welche Wasserstellen nichts mehr liefern. Der Fachbetrieb kann den Schaden damit schneller eingrenzen.
  • Lassen Sie Verschraubungen, Armaturen, Druckminderer und Boiler unangetastet.

Nach dem Auftauen genau hinschauen

Wenn die Leitung wieder frei ist, ist die Gefahr nicht vorbei. Ein Rohr kann durch das Eis angerissen sein und erst unter Druck undicht werden. Öffnen Sie das Ventil deshalb langsam und prüfen Sie in den ersten Stunden Verbindungen, Wände und Böden in der Umgebung auf Feuchtigkeit.

Dreht sich der Zähler weiter, obwohl kein Hahn läuft, deutet das auf ein Leck hin. Dann schließen Sie das Ventil hinter dem Zähler erneut und holen Hilfe. Haarrisse zeigen sich zuweilen erst nach Tagen als feuchter Fleck oder als Druckabfall.

Wann der Fachbetrieb gebraucht wird

Verläuft die betroffene Leitung hinter der Wand, im Estrich oder im Erdreich, lässt sich ein Schaden ohne Ortungstechnik kaum einschätzen. Gleiches gilt, wenn Wasser austritt, Rohre verformt sind oder die Leitung nach behutsamem Erwärmen des Raumes nicht frei wird.

Über 01579 2841435 klären wir, ob ein geprüfter Partnerbetrieb Ihren Fall übernehmen kann. Ein Sanitär-Fachbetrieb prüft die Leitung, löst die Vereisung fachgerecht, sucht verdeckte Schäden und nimmt die Versorgung wieder in Betrieb.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob die Leitung schon geplatzt ist?

Solange das Eis im Rohr sitzt, tritt meist nichts aus. Erst beim Auftauen zeigen sich Tropfen, nasse Wände oder sinkender Druck. Darum sperren Sie bei Verdacht vorher ab und kontrollieren danach alle erreichbaren Rohre.

Darf ich ein eingefrorenes Rohr mit dem Föhn auftauen?

Nein. Weder Föhn noch Heißluftpistole, Flamme oder Heizstrahler gehören an ein Wasserrohr. Sie erwärmen ungleichmäßig, beschädigen Dichtungen und Kunststoff und bergen Brandgefahr. Behutsam den Raum zu temperieren ist das Maximum, den Rest übernimmt der Fachbetrieb.

Wer ist zuständig, wenn der Wasserzähler eingefroren ist?

Der Zähler samt Anschluss bis einschließlich Zähler gehört dem Wasserversorger, melden Sie den Verdacht dort. Selbst schließen Sie nur das Absperrventil hinter dem Zähler, am Zähler selbst arbeiten Sie nicht.