Starkregen und Keller: Ihr Haus vorab prüfen
Ein Rundgang vor dem nächsten Unwetter zeigt, welche Stellen Wasser ins Haus lassen. Die meisten Punkte lassen sich in einer Stunde ansehen.

Von zwei Seiten kommt das Wasser
Bei Starkregen dringt Wasser auf zwei Wegen in den Keller: von außen über Lichtschächte, Türen, Fenster und Kellertreppen, und von innen über Abflüsse, wenn der Kanal überlastet ist. Der Vorsorge-Check prüft beides.
Für den Rundgang eignet sich ein trockener Tag, besser noch einer kurz nach einem Regenguss, bei dem Sie sehen, wo Wasser stehen bleibt. Wer ein Gespür dafür entwickelt, wohin das Wasser vom Grundstück läuft, erkennt Schwachstellen, die ein Plan nicht zeigt. Fragen Sie auch Nachbarn: Wer schon einmal Wasser im Keller hatte, weiß meist, woher es kam.
Gehen Sie einmal im Jahr durch, am besten gemeinsam mit einer zweiten Person, die mit Abstand auf Dinge achtet, an die Sie sich gewöhnt haben.
Nehmen Sie sich Zeit, einmal im Haus und einmal ums Haus zu gehen. Ein Notizzettel hilft, und Fotos erleichtern später das Gespräch mit dem Fachbetrieb.
Rundgang außen
Beginnen Sie draußen und stellen Sie sich vor, das Wasser strömt Richtung Haus.
Ein Blick auf Nachbargrundstücke kann ebenfalls helfen: Wohin leitet die Straße ihr Wasser, wo sind Einläufe, wo liegen tiefe Punkte? Bei Starkregen läuft Wasser über Grundstücksgrenzen, ohne zu fragen, wem das Land gehört. Wer weiß, woher es kommt, kann Maßnahmen gezielter planen.
- Gefälle: Fällt das Gelände vom Haus weg oder auf das Haus zu? Auch Einfahrten und Terrassen zählen.
- Lichtschächte: Sind sie hoch genug, abgedeckt und haben sie einen funktionierenden Ablauf?
- Kellertreppe und Kellerausgang: Gibt es einen Ablauf am Fuß der Treppe, und ist er frei?
- Dachrinnen und Fallrohre: Leiten sie Wasser vom Haus weg, und sind sie sauber?
- Hofabläufe und Gullys: Liegen Laub oder Schlamm darüber?
Wohin läuft das Wasser vor dem Haus? Welche Abläufe im Keller liegen unter der Straßenoberkante? Ist dort eine geprüfte Sicherung eingebaut?
Rundgang innen
Im Haus sind es Abläufe und Anschlüsse, die Aufmerksamkeit brauchen.
Nehmen Sie sich bei den Abläufen einen Moment Zeit: Schauen Sie in den Ablauf, prüfen Sie den Sitz des Deckels, schnuppern Sie am Geruchsverschluss. Wer die Abläufe kennt, merkt schneller, wenn sich etwas verändert. Eine Skizze des Kellers mit eingezeichneten Abläufen, Ventilen und Elektroverteilung erleichtert später die Absprache mit dem Fachbetrieb und hilft im Notfall, schnell zu handeln.
- Bodenabläufe im Keller: Sind sie frei, stehen sie in Wasser, und riecht es nach Abwasser?
- Waschmaschine, Dusche, Waschbecken oder WC im Keller: Liegen sie tiefer als die Straße?
- Rückstauklappe oder Hebeanlage: Gibt es sie, wann wurden sie zuletzt geprüft?
- Kellerwände und Böden: Zeigen sich Feuchtestellen, Salzausblühungen oder dunkle Ränder?
- Wertsachen und Geräte: Stehen sie auf dem Boden oder erhöht?
Die Frage der Rückstauebene
Wo ein Ablauf unterhalb der Straßenoberkante liegt, kann bei überlastetem Kanal Abwasser zurückdrücken. Die verbindliche Höhe der Rückstauebene nennt Ihre Gemeinde. Ob Ihr Haus gesichert ist, lässt sich am einfachsten klären, indem Sie die Höhe von Straße und Kellerabläufen vergleichen.
Notieren Sie zu jedem Ablauf im Keller, ob er einen Rückstauverschluss hat, wann er zuletzt gereinigt wurde und ob der Geruchsverschluss Wasser enthält. Gießen Sie bei selten genutzten Abläufen gelegentlich Wasser nach, damit der Geruchsverschluss gefüllt bleibt. Bei Abläufen, die gar nicht genutzt werden, kann der Fachbetrieb prüfen, ob sie stillgelegt werden können.
Hat ein Ablauf unter der Rückstauebene keine Sicherung, ist das ein Fall für den Fachbetrieb, der Planung und Einbau übernimmt.
Was Sie selbst verbessern können
Manches lässt sich ohne Fachbetrieb erledigen, ohne in die Installation einzugreifen: Rinnen und Abläufe reinigen, Lichtschächte abdecken, Laub aus Gullys räumen, Wertsachen aus dem Keller hochstellen, gelagerte Flüssigkeiten sichern, Möbel erhöht abstellen, Türschwellen mit Barrieren versehen.
Pumpen, Klappen und Rohre am Abwasserstrang rühren Sie nicht an. Sie sind Teil der Entwässerungsanlage und gehören in Fachhand.
Die Nutzung des Kellers entscheidet, wie groß ein Schaden ausfällt. Ein Hobbyraum mit Teppich und Elektronik leidet anders als ein Lagerraum mit Regalen auf Füßen. Wer weiß, dass Wasser eindringen kann, stellt Wertvolles erhöht auf und lagert Chemikalien und Farben so, dass nichts ausläuft.
Denken Sie auch an Dokumente und Erinnerungsstücke: Sie gehören nicht auf den Kellerboden. Eine Kiste auf einem Regalbrett oder im Erdgeschoss ist schnell verlegt. Wer im Keller wohnt oder arbeitet, sollte außerdem wissen, wo der Fluchtweg verläuft, wenn Wasser eindringt.
Wenn es nass wird, und danach
Dringt Wasser in den Keller ein, betreten Sie ihn nicht, wenn Elektrik im Wasser steht. Nasse Elektrik fassen Sie nicht an, hier hilft ein Elektrofachbetrieb. Schließen Sie das Wasser hinter dem Zähler nur dann, wenn eine Leitung beteiligt ist.
Zeigt sich Abwasser aus Bodenablauf oder Toilette, benutzen Sie keine Wasserstellen im Haus mehr, bis der Fachbetrieb die Lage prüft. Über 01579 2841435 klären wir, ob ein geprüfter Partnerbetrieb übernehmen kann.
Ordnen Sie Ihre Notizen: Was ist erledigt, was klärt die Gemeinde, was gehört zum Fachbetrieb? Der Fachblick sieht Punkte, die Laien entgehen.
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Häufige Fragen
Wie oft sollte ich den Check machen?
Einmal im Jahr ist sinnvoll, außerdem nach Umbauten, nach Starkregen mit Schäden und beim Kauf eines Hauses.
Reicht ein Rückstauventil an der Waschmaschine?
Nein, das schützt nur diese Leitung und nur, wenn es intakt ist. Alle Abläufe unter der Rückstauebene müssen betrachtet werden.
Was gehört in die Kellernotfalltasche?
Eine Taschenlampe, Eimer, Tücher, Gummistiefel, Handschuhe, eine Liste mit den wichtigsten Rufnummern und Fotos der Abläufe und Absperrventile.