Ferienhaus über den Winter: Wasser ablassen
Wer ein Haus über Wochen nicht betritt, kann bei Frost nicht eingreifen. Dann hilft nur, das Wasser aus den Leitungen zu nehmen, bevor die Tür zugeht.

Warum leere Häuser besonders gefährdet sind
Ein bewohntes Haus warnt sich selbst: Man merkt die kalte Nordwand, hört das Gluckern, sieht den Fleck. Ein Ferienhaus oder eine Zweitwohnung hat niemanden, der das bemerkt. Wenn dort bei Frost ein Rohr reißt, läuft Wasser, bis jemand zufällig vorbeikommt.
Hinzu kommt, dass ein leeres Haus auch ohne Frost Aufmerksamkeit braucht. Wasser, das monatelang in den Leitungen steht, wird abgestanden, Dichtungen trocknen aus, und Geruchsverschlüsse fallen leer. Das Entleeren hilft deshalb doppelt: Es schützt vor Frost und hält die Anlage in einem Zustand, den Sie im Frühjahr ohne Überraschungen wieder in Betrieb nehmen können.
Wer sein Haus nur an einzelnen Wochenenden nutzt, fährt anders als jemand, der es den ganzen Winter nicht betritt. Entscheidend ist die längste Zeit ohne Kontrolle: Je länger sie ist, desto eher lohnt es sich, die Anlage zu leeren, statt darauf zu vertrauen, dass nichts passiert.
Wer sein Haus mehrere Wochen unbeheizt lässt, kann die Wasseranlage so weit leeren, dass nichts mehr einfrieren kann. Das gelingt ohne Eingriff in die Installation, wenn Absperr- und Entleerungsventile vorhanden sind.
Vor dem Abschließen: die Reihenfolge
Das Entleeren funktioniert nur, wenn die Anlage dafür vorgesehen ist, also Absperr- und Entleerungsventile hat. Wenn nicht, bleibt der Gang zum Fachbetrieb, der die Anlage entsprechend umrüstet.
Bevor Sie abschließen, hilft ein fester Ablauf, der sich jedes Jahr wiederholt. So geht beim Verlassen nichts verloren: Zählerplatz prüfen, Ventil hinter dem Zähler zu, Zapfstellen auf, Restwasser ablassen, Geräte vom Netz, Fenster und Türen zu Nebenräumen geschlossen, Schlüssel bei einer vertrauten Person hinterlegt.
Fotografieren Sie am Ende den Zählerstand und die offenen Hähne. Bei der Rückkehr sehen Sie auf einen Blick, ob sich etwas verändert hat, und bei Fragen zu einem Schaden ist die Dokumentation hilfreich. Hängen Sie eine Notiz an die Haustür oder neben das Ventil, damit auch Handwerker oder Nachbarn wissen, dass das Wasser bewusst abgestellt wurde.
- Das Absperrventil hinter dem Wasserzähler schließen.
- Alle Zapfstellen im Haus öffnen, vom höchsten Stockwerk bis zum Keller: Küche, Bad, Gäste-WC, Außenhahn.
- Am tiefsten Punkt der Anlage, meist über ein Entleerungsventil im Keller, das Restwasser in Eimer oder Ablauf laufen lassen.
- Spülkästen leeren und das Absperrventil an den Zuleitungen schließen.
- Zapfstellen geöffnet lassen, damit sich keine Wasserreste stauen und Luft eindringt.
Absperrventil hinter dem Zähler zu, alle Hähne auf, Restwasser am tiefsten Punkt ablassen. Boiler nur mit dem Fachbetrieb klären.
Siphons, Spülkästen und Toiletten
Das Wasser im Geruchsverschluss, dem Siphon unter Waschbecken, Dusche und Wanne, bleibt stehen und kann gefrieren. Auch die Toilettenschüssel hält Restwasser. Frostschutzmittel dürfen Sie nur einsetzen, wenn der Fachbetrieb sie ausdrücklich für Trinkwasserleitungen freigibt und nur dort, wo sie nicht ins Trinkwasser gelangen.
Siphons, die über Monate trocken fallen, lassen im Frühjahr Gerüche aufsteigen. Ein Fachbetrieb zeigt Ihnen, wie Sie das vermeiden.
Auch Wasserfilter, Entkalkungsanlagen und Regenwasseranlagen sind Teil der Rechnung. Sie enthalten Wasser, das bei Frost Schaden nimmt, und gehören vor dem Winter in Fachhand: Der Fachbetrieb sagt, ob und wie sie entleert werden dürfen. Das Gleiche gilt für Pool, Teich und Gartenbrunnen, soweit Wasser aus dem Haus dorthin geführt wird.
Wer unsicher ist, ob eine Anlage entleert werden darf, lässt sie unberührt und fragt nach. Ein Anruf vor der Abreise ist besser als eine Überraschung bei der Rückkehr.
Geräte und Boiler
Spül- und Waschmaschine haben Restwasser in Schlauch und Pumpe. Ziehen Sie den Stecker, schließen Sie die Zulaufventile und lassen Sie die Schläuche entleeren.
Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer sind tabu für Eigeneingriffe. Wenn ein Boiler über einen vorhandenen Entleerungshahn verfügt, kann ihn ein Fachbetrieb ablassen. Schalten Sie die Anlage vorher fachgerecht aus. Nehmen Sie nichts an der Elektrik selbst vor, und senken Sie die Temperatur des Warmwassers nicht eigenmächtig ab, denn das gehört zu den Fragen, die der Fachbetrieb beantwortet.
Vermietete Ferienwohnung und Zwischengäste
Wird Ihr Haus zwischen Gästen leer stehen, ist das Entleeren zu aufwändig. Dann hilft eine Mischung: Absperrventil hinter dem Zähler schließen, wenn niemand im Haus ist, und eine Person bitten, regelmäßig nachzusehen.
Für Betreiber von Ferienunterkünften kann ein Wartungsplan sinnvoll sein, der Absperrung, Entleerung und Wiederinbetriebnahme festhält. Das vermeidet Rückfragen, wenn mehrere Personen im Haus ein- und ausgehen.
Wiederinbetriebnahme im Frühjahr
Zuerst Entleerungsventile schließen, dann Absperrventil langsam öffnen, danach jeden Hahn nacheinander aufdrehen, bis das Wasser blasenfrei läuft. Prüfen Sie Verbindungen, Wände und Böden nach ein paar Stunden auf Feuchtigkeit.
Zeigen sich nasse Stellen oder dreht sich der Zähler ohne Verbrauch, schließen Sie das Ventil wieder und holen Sie einen Fachbetrieb. Über 01579 2841435 klären wir, ob ein geprüfter Partnerbetrieb in Ihrer Gegend übernehmen kann.
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Häufige Fragen
Reicht es, die Heizung auf niedrige Stufe zu stellen?
Für kurze Abwesenheit kann das genügen, bei längerem Leerstand ist es riskant, denn fällt die Heizung aus, merkt es niemand. Das Entleeren der Wasseranlage ist der sicherere Weg.
Kann ich Frostschutzmittel in die Wasserleitung füllen?
Nicht auf eigene Faust. In Trinkwasserleitungen haben solche Mittel nichts zu suchen. Wenn es um Geruchsverschlüsse oder Anlagen geht, klärt das ein Fachbetrieb.
Mein Haus hat kein Entleerungsventil. Was tun?
Dann lässt sich die Anlage nicht sauber leeren. Ein Sanitär-Fachbetrieb kann Absperr- und Entleerungsventile nachrüsten, damit das Entleeren künftig einfach geht.