Heizungsausfall im Winter: Leitungen sichern
Fällt die Heizung aus, kühlt das Haus aus, und die Wasserleitungen stehen ungeschützt in der Kälte. Es kommt darauf an, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen.

Zwei Aufgaben, die man nicht verwechseln sollte
Fällt die Heizung aus, gibt es zwei getrennte Fragen. Die erste: Wie bekommt die Heizungsanlage wieder Wärme? Das gehört in die Hand eines Heizungsfachbetriebs. Die zweite: Wie bleiben die Wasserleitungen im Haus intakt, bis die Wärme zurück ist? Darum geht es hier.
Das Eine erledigt das Andere nicht. Selbst wenn Sie den Heizungsdienst schon angerufen haben, kann es Stunden oder Tage dauern, bis die Anlage läuft, und in dieser Zeit sinkt die Temperatur im Haus.
Sprechen Sie beim Anruf beim Heizungsfachbetrieb auch an, dass Wasserleitungen gefährdet sind. Wer weiß, dass es um Frost geht, kann die Dringlichkeit besser einschätzen und rät zu geeigneten Schritten für die Zwischenzeit. Halten Sie Typ und Alter der Anlage und eine Fehlermeldung bereit, falls das Display eine anzeigt.
Wo das Haus zuerst kalt wird
Wärme verschwindet nicht gleichmäßig. Räume an der Außenwand, mit Fenster nach Norden, mit schlecht gedämmten Wänden und kleiner Fläche verlieren sie am schnellsten. Das Gäste-WC im Anbau, das Bad unter dem Dach und der Hauswirtschaftsraum im Keller gehören dazu.
Dort liegen oft die Leitungen mit dem geringsten Frostabstand. Hinter Verkleidungen und in Außenwänden bemerken Sie das Auskühlen erst, wenn es zu spät ist. Konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit deshalb auf diese Stellen.
Manche Häuser sind bei Heizungsausfall empfindlicher als andere. Wer ein Gebäude mit Anbau, einem Wintergarten oder einem ausgebauten Dach hat, sollte die Leitungen dort besonders im Blick haben. Auch Häuser mit Fußbodenheizung und Flachdach kühlen unterschiedlich aus, und ein Haus, das nur zeitweise bewohnt ist, hat ohnehin wenig Wärmespeicher.
Fragen Sie sich: Welche Räume werden nicht genutzt, welche Wasserstellen sind weit von der Heizung entfernt, wo gibt es Zugluft? Diese Stellen bekommen Vorrang, wenn Wärme fehlt. Eine kurze Liste vor dem Winter, wo Leitungen verlaufen, spart im Ernstfall Zeit.
Wärme im Raum halten, die kältesten Zonen im Blick behalten, bei längerem Ausfall hinter dem Zähler absperren und Zapfstellen leeren. Heizkreis und Warmwasser gehören in Fachhand.
Was Sie in den ersten Stunden tun
Setzen Sie auf Wärme im Raum, nicht auf Hitze am Rohr. Mit wenigen Mitteln lässt sich die Auskühlung bremsen.
Ein Thermometer an den kältesten Stellen hilft, die Lage einzuschätzen: im Keller, im Anbau, im Dachgeschoss. Sinkt der Wert dort in Richtung null Grad, verlieren Sie Zeit, die Sie für das Absperren und Entleeren brauchen. Sprechen Sie außerdem mit Nachbarn oder Familie, ob jemand ein beheiztes Zimmer anbieten kann, falls das Haus länger kalt bleibt. Wer zeitweise woanders übernachtet, sperrt vor dem Verlassen das Wasser ab.
Beobachten Sie in der kalten Phase auch Geräte, die Wasser enthalten: Waschmaschine, Geschirrspüler, Boiler und Warmwasserspeicher. Schalten Sie nichts aus, was Sie nicht kennen, und fassen Sie keine Elektrik an, die Sie nicht eindeutig bedienen dürfen. Alles Weitere klärt der Fachbetrieb.
- Türen zu den kältesten Räumen geschlossen halten und zu den wärmsten öffnen, damit vorhandene Wärme zirkuliert.
- Rolläden und Vorhänge nachts schließen, tagsüber Sonne hereinlassen.
- Schranktüren unter Spülen und Waschbecken an Außenwänden öffnen, damit Raumluft an die Rohre kommt.
- Elektrische Zusatzheizung, die bereits zugelassen im Haus vorhanden ist, in sicherem Abstand zu Brennbarem betreiben, nie direkt am Rohr und nicht unbeaufsichtigt.
- Sichtbare Leitungen mit Handtüchern oder Decken umwickeln, soweit sie nicht heiß sind.
Wann das Absperren sinnvoll wird
Wenn Sie bei anhaltendem Frost mit einem längeren Ausfall rechnen, sperren Sie das Wasser im Haus ab. Schließen Sie dafür das Ventil hinter dem Wasserzähler und lassen Sie das Wasser aus den gefährdeten Strängen ablaufen: Zapfstellen auf, bis nichts mehr kommt. Dann kann nichts mehr einfrieren, was nicht mehr gefüllt ist.
Nutzen Sie dazu nur vorhandene Ventile und Hähne. Das Öffnen von Verschraubungen oder Heizkreisen ist Sache des Fachbetriebs. Lassen Sie ihn beim Anruf wissen, was Sie schon abgesperrt haben.
Die Heizungsanlage selbst
Auch die Heizungsrohre und die Heizkörper können einfrieren, wenn das Haus lange kalt bleibt. Sie dürfen weder Wasser aus dem Heizkreis ablassen noch Ventile an der Anlage verändern. Ein Heizungsfachbetrieb entscheidet, ob entleert werden muss.
Wer mit Ersatzwärme arbeitet, sollte auf Sicherheit achten: keine Gas- oder Holzkohlegeräte in geschlossenen Räumen, keine ungeprüften Notheizungen. Sicherheit geht vor.
Wenn Wasser austritt und wenn die Wärme zurück ist
Sieht man Wasser an einem Rohr oder an der Wand, schließen Sie das Ventil hinter dem Zähler. Bei nasser Elektrik nichts anfassen und einen Elektrofachbetrieb hinzuziehen.
Über 01579 2841435 klären wir, ob ein geprüfter Sanitär-Partnerbetrieb übernehmen kann. Für die Heizung selbst ist ein Heizungsfachbetrieb der richtige Weg.
Läuft die Heizung wieder, erwärmen Sie das Haus behutsam und öffnen das Absperrventil langsam. Kontrollieren Sie danach Leitungen und Wände auf Feuchtigkeit. Schäden zeigen sich oft zeitverzögert.
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Häufige Fragen
Reicht es, Wasserhähne tropfen zu lassen?
Das kann in leichtem Frost helfen, weil bewegtes Wasser langsamer gefriert. Verlassen Sie sich darauf aber nicht, denn bei anhaltender Kälte friert auch tropfendes Wasser. Absperren und Entleeren ist die sichere Lösung.
Soll ich die Warmwassertemperatur senken, um Energie zu sparen?
Nein, die Einstellung bleibt wie sie ist. Eine niedrige Temperatur kann Legionellen begünstigen, und was am Speicher geändert werden darf, klärt der Fachbetrieb.
Mit welchem Betrieb sollte ich zuerst sprechen?
Für die Heizungsanlage ist ein Heizungsfachbetrieb zuständig. Für Wasserleitungen, Armaturen und Leitungsschäden sprechen Sie mit einem Sanitär-Betrieb. Beide Anrufe können parallel laufen.